Business Purpose Design

Das Modell

Das Modell besteht aus sechs Kernbereichen: Kultur, Organisation, Gestaltung, Technologie, Commerce und Planet. In jedem der Bereiche fokussiert das Business-Purpose-Design-Modell auf die jeweils fünf relevantesten Themenfelder und setzt diese als Momentaufnahme in anwendbaren Kontext — für das Unternehmen, das Projekt, das Team, die Abteilung und deren Umfeld. Der Mensch verbindet alle Bereiche und steht im Kern.
Aus den Schnittmengen ergeben sich Orientierungshilfen, die Organisationen den Weg hin zu Zukunftsfähigkeit und Purpose-Leadership weisen.

Kultur

Kultur ist Gesamtheit unserer Sprache, Rituale und Regeln und macht unser Zusammenleben aus. Doch Digitalisierung verändert nicht nur unseren Alltag und die Arbeit, sondern verändert auch unsere Kultur.

Das erste Mal in der Geschichte der Menschheit haben wir die Möglichkeit, Virtualität und Realität als Mischform zu leben. Die zukünftige Generation wird nicht als digital Native, sondern als robotic Native, global vernetzt, heranwachsen.

"Es gibt viele Rekombinationsmöglichkeiten, viele Lösungen, kulturell und gesellschaftlich. Das macht die Überlegenheit der modernen Gesellschaft aus. Sie findet immer einen Weg. Aber das klappt nur, wenn wir noch besser lernen, Differenzen auszuhalten".

- Prof. Dr. Armin Nassehi, Soziologe

Organisation

Arbeiten wir, um zu leben, oder leben wir, um zu arbeiten? Die Natur der Tätigkeit ändert sich für den Menschen. Das ermöglicht uns, immer öfter die Frage nach dem Warum und Wozu zu stellen. So suchen sich Talente den Arbeitgeber nicht mehr vorrangig aufgrund von monetären Anreizen aus, sondern individuell auf Basis von Sinn und Freiheitsgrad. Das stellt das Unternehmen vor die Herausforderung, sich auf den Weg zum Sinn zu machen und auch, bestehende Strukturen zu modernisieren. Doch wie sieht das Unternehmen der Zukunft aus?

"Das zukunftsfähige Unternehmen ist methodisch schlank, weitgehend selbstorganisiert, kollaborativ auf vertikaler, diagonaler und horizontaler Ebene und stark vernetzt mit anderen Firmen."

Gestaltung

Mittlerweile haben die kreativen Disziplinen als Denkweise in der Unternehmensführung Wurzeln geschlagen. Spätestens dort, wo die Aktivierung kreativer Potentiale bei unternehmerischen Entscheidungsfindungen zu tragen kommt wird Design-Kompetenz zur Führungsaufgabe.

"Die Nutzerzentriertheit ist der Ausgangspunkt für den gesamten Design-Prozess. Technische Machbarkeit und wirtschaftliche Aspekte spielen erst später eine Rolle, denn es lohnt sich nur dort zu innovieren, wo ein relevantes Kundenbedürfnis besteht".

- Florian Weiß, Senior Design Manager Deutsche Telekom AG

Technologie

Noch nie waren so viele Daten verfügbar und noch nie wuchs die Datenmenge so schnell wie heute. Unternehmen sind bemüht, ihre Daten zu vermehren und gewinnbringend zu nutzen. Leichter gesagt als getan. Oftmals werden wichtige Daten gar nicht oder auf unstrukturierte und inkonsistente Weise gespeichert und sind daher nicht effektiv nutzbar. Zudem stehen viele ungeklärte Fragen im Raum: Welche Informationen dürfen aus Metainformationen abgeleitet werden? Wem gehören die Daten? Was darf damit geschehen?

"AI is the new electricity!"

- Andrew Ng, Chief Scientist Baidu

Organisation

Organisation

Commerce

Mit der Digitalisierung wandeln sich auch die Geschäftsmodelle von Unternehmen, und das schneller, als es Unternehmen oftmals bewusst ist. Innovation rückt in den Fokus. Transparenz hat sich durchgesetzt, der Kunde kennt und schätzt sowohl die Herkunft der Produkte wie auch die Art ihrer Herstellung und möchte seine Bedürfnisse und Werte befriedigt sehen. Denken wir noch einen Schritt weiter. Was würde passieren, wenn jeder sein eigenes Wirtschaftssystem inklusive Währung aufbauen kann?

"Händler und Hersteller befinden sich aktuell in einer Phase der Neuorientierung, die mit einer tief greifenden Transformation der Unternehmen und ihrer gesamten Wertschöpfungskette verbunden ist."

- Gerd Bovengrepen, PwC Deutschland

Planet

Die Kombination aus Müllbergen, Knappheit endlicher Ressourcen und Ausbeutung von Arbeitskraft führt gezwungenermaßen dazu, dass wir unser Konsum und Produktionsverhalten verändern müssen. Zerstört der Mensch sich selbst?

"Nachhaltigkeit ist zu einem wirtschaftsweit anerkannten Managementthema geworden und zu einer Bewegung, die nicht nur von einigen wenigen Pionieren geprägt wird, sondern in der Breite Veränderungen bewirkt. Unternehmerischer Erfolg ist immer häufiger damit verknüpft, wie gut Nachhaltigkeit in die Unternehmens-DNA eingebaut ist."

- Prof. Dr. Stefan Schaltegger